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Koshima Aki Mut zum Ur-Sprung
Zen ist Kunst - nicht Religion oder Zeremonie. Zen ist die bedingungslose Beherrschung dessen was Einüben, Wiederholen und
Wiederholung des Wiederholten in fortwährender Steigerung zur Perfektion treiben und damit eine Erleuchtung ermöglichen. Das Bogenschießen wurde zu einer Zeromonie, in der das technisch Erlernbare bis zum
Überdruß gewissenhaft eingeübt werden muß. Doch Zen geht weiter und zeigt, wie man sich völlig selbstvergessen und absichtslos dem Geschehen in Raum und von Zeit einfügt und Ziele erreicht, von denen man vorher
nicht zu träumen wagte, weil sie einem zu unrealistisch fern erschienen.
Ich habe den Bogen mit der Kamera vertauscht. Erst mit der digitalen Fotografie wurde die Kamera zu einem geschmeidigen Bogen, der
deshalb so geschmeidig sein kann, weil er nicht mit dem profanen finanziellem Aufwand des Erwerbs von Filmmaterial sowie der Schwachsstelle Filmentwicklung, die ebenso kosten- wie zeitintensiv ist, belastet
wird. Ein solcher Bogen bringt mich dem Zen nahe, und wer will, darf gerne das Ziel, die Erleuchtung, als fotografische Belichtung von kontemplativen Fotos verstehen, die seelenverbindend und imstande sind
“Erleuchtung” zu transportieren. In jedem Fall sieht das vollendete Foto so aus, als hätte der Fotograf erraten, was die Natur in dunklen Träumen ahnt. Doch ich spürte schon oft, wie unerbittlich ich vom Zen
durchdrungen und durchgeglüht sein kann, wie ich Fotos gestaltete, die ich nie werde besser machen können. An diesem Ende merkte ich, muß ich mich von neuem auf den Weg begeben. Ich muß den Ur-Sprung wagen,
damit ich aus der Wahrheit schöpfe wie einer, der mit ihr völlig eins geworden ist. Ich muß wieder zum Schüler, zum Anfänger werden und das letzte, steilste Stück des Wegs, den ich eingeschlagen habe,
überwinden, durch neue Räume verwandelt hindurchgehen, um auf neue Ereignisse in der Zeit zu treffen - Zufälle, die aus dem Nichts genährt werden, von ihm verschlungen und aus ihm wiedergeboren werden.
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